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07. Okt. 2022

Erhalten durch Aufessen - regionale Haustierrassen im Tierpark Nordhorn

Im Tierpark Nordhorn kann man nicht nur Bisons, Seehunde, Faultiere und Bennettkängurus aus nächster Nähe beobachten und viel über Artenschutz erfahren, sondern beim Essen von Gyros, oder Bratwurst auch direkt zum Schutz gefährdeter Tierrassen beitragen.

Unter einer Rotlichtlampe kuscheln sich junge Ferkel aneinander, nicht weit entfernt schläft die dicke Sau Louise im Stroh. Die Bunten Bentheimer Schweine im Nordhorner Tierpark gehören zu einer alten Nutztierrasse, die fast ausgestorben wäre. Denn Louise und ihre Ferkel taugen nicht für die Massentierhaltung: ihr Fleisch ist zu fettig und sie brauchen viel Bewegung. Der beste Weg sie zu retten, ist daher, sie zu essen. Die Schweine werden nicht nur im Tierpark Nordhorn geboren, ihr Weg endet auch hier.

„Wenn man ihnen eine Zukunft geben möchte, geht das nur über das Aufessen“, sagt Dr. Nils Kramer, Direktor des Nordhorner Tierparks. Ist das nicht ein Widerspruch? „Nutztiere zu erhalten, nur um des Erhaltenswillen mag zwar wünschenswert sein“, erklärt Kramer. Das sei aber oft schwierig oder unmöglich. Viele Tierarten sind schon ausgestorben oder stehen kurz vor dem Verschwinden, weil sie für den Menschen keinen Nutzen mehr haben. Neue Züchtungen liefern schneller oder magereres Fleisch. „Dabei ist es wichtig für die Biodiversität, die Vielfalt der Rassen zu erhalten“, sagt Kramer. „Die alten Rassen sind wichtige Genpools, denn wir wissen nicht, welche Fähigkeiten und Eigenschaften die Zucht in Zukunft bieten muss.“

In der Dorfmetzgerei des Tierparks steht Jutta Weerts hinterm Tresen und verkauft hochwertige Wurst- und Fleischprodukte. „Das Interesse der Besucher und Besucherinnen ist groß“, sagt die Mitarbeiterin. „Viele fragen nach und interessieren sich für den Produktionsweg und den Erhalt der alten Rassen.“ Das gesamte Fleisch, das in der Gastronomie und Metzgerei des Tierparks verkauft wird, stammt von Rindern oder Schweinen, die im Tierpark aufgewachsen sind, versichert Kramer. Einzige Ausnahme sei das Geflügelfleisch.

Vom Ferkel bis zur Wurst – im Tierpark Nordhorn kann man die gesamte Produktionskette kennenlernen und erfährt auch Hintergründe über den Erhalt alter Nutztierrassen. Zum Beispiel, dass es einem Grafschafter Landwirt, Gerhard Schulte-Bernd vom Isterberg, zu verdanken ist, dass die Bunten Bentheimer Schweine nicht ausgestorben sind. Und man kann natürlich auch noch andere gefährdete Nutztierrassen kennenlernen, wie die Bentheimer Landschafe, Lakenvelder Rinder und Schwarz-Bunte-Niederungsrinder.

Der Tierpark Nordhorn ist von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) als Archepark anerkannt und hat 2003 den „Verein zur Erhaltung der Bunten Bentheimer Schweine“ gegründet. Er ist ganzjährig täglich geöffnet. Weitere Infos unter dem Link: https://www.tierpark-nordhorn.de

Foto: Tierpark Nordhorn (Franz Frieling)

Inga Rahmsdorf

Inga Rahmsdorf ist geboren und aufgewachsen in Nordhorn. Sie studierte in Berlin und arbeitete bei der Süddeutschen Zeitung in München, bis sie sich nach 20 Jahren wieder vom Großstadtleben verabschiedete und mit ihrer Familie zurück in die Grafschaft Bentheim zog.