Netzwerktreffen neuzugezogener oder zurückgekehrter Fachkräfte
Nachts im Tierpark – Neu oder wieder zurück in der Grafschaft? Bei Netzwerktreffen kann man interessante Menschen kennenlernen.
Ein Fuß wird herumgereicht. Er hat zähe Haut, zwei Zehen, eine Kralle und stammt von einem Vogelstrauß. Dann zeigt Lisa Giese einen ihrer liebsten Schätze. Der weiße, in sich gedrehte Gegenstand sieht aus wie das Horn eines Einhorns. „Es ist der Zahn eines Narwals“, sagt die Biologin. Um sie herum haben sich 20 Erwachsene, ein Hund und ein ausgestopfter Bär versammelt. Es ist Donnerstagabend, die Eintrittskassen des Tierparks sind geschlossen, in den Gehegen der Bisons, Affen und Stachelschweinen ist Ruhe eingekehrt. Nur in der Zooschule herrscht noch Hochbetrieb: Mitarbeiterin Lisa Giese gibt eine Abendführung. Manuela Verwold von der Wirtschaftsförderung hat zu dem Treffen eingeladen: Menschen, die neu in die Region gezogen oder wieder zurückkehrt sind.
Als Fachkräfteservice-Managerin des Landkreises Grafschaft Bentheim berät Manuela Verwold Fachkräfte, hilft bei der Jobsuche und gibt Tipps für den Neustart im Landkreis. „Immer wieder haben mich Neuzugezogene oder Rückgekehrte gefragt, wo sie gut Leute kennenlernen können“, sagt sie. So entstand die Idee, regelmäßig Treffen in lockerer Atmosphäre anzubieten: eine Führung durch das Textilmuseum oder die Stadt, ein Treffen auf dem Weihnachtsmarkt und nun ein Abend im Tierpark. Lisa Giese, die in Berlin und Namibia gearbeitet hat, ist selbst erst vor drei Jahren für die Stelle in der Zooschule in die Grafschaft Bentheim gezogen.
Tina und Torsten Maschmeyer sind bereits zum dritten Mal bei einem der Netzwerktreffen dabei. Der Elektrotechniker und die Mediengestalterin haben sich nach dem Studium in Stuttgart kennengelernt. Nach der Geburt ihrer drei Kinder wollten sie raus aus der Großstadt und standen vor der Wahl: in die Nähe der Großeltern nach Augsburg oder nach Nordhorn? Sie entschieden sich für die Grafschaft Bentheim und Tina Maschmeyer fand durch die Unterstützung von Manuela Verwold schnell eine neue Stelle. „Den Umzug in diese Region haben wir nie bereut“, sagt Tina Maschmeyer.
Nach dem Besuch in der Wunderkammer der Zooschule führt Lisa Giese weiter durch den Tierpark. Die Wege liegen ausgestorben in der Abenddämmerung, lediglich im Nachttierhaus brennt noch Licht, damit die eigentlich nachtaktiven Tiere jetzt schlafen und tagsüber wach sind, wenn Besucher:innen vor den Scheiben stehen. Oben auf einem Dach thront ein Nest, von dem aus Storch Oma (eine langjährige Tierparkbewohnerin) die späten Gäste beobachtet, die sich angeregt unterhalten. Inela Karic Zvekic erzählt, dass sie mit ihren Kindern oft in den Tierpark geht, aber zum ersten Mal zu einem der Netzwerktreffen gekommen ist. Sie ist in Bosnien-Herzegowina aufgewachsen und hat in Köln gelebt, bevor es sie durch den Job ihres Mannes in die Grafschaft verschlug, wo sie in der Kreisverwaltung des Landkreises arbeitet. Elizaveta Radi, die zuvor an der Eidgenössichen Technischen Hochschule (ETH) Zürich gearbeitet hat, ist vor einem Jahr zusammen mit ihrer Familie nach Nordhorn gezogen, wo sie als Architektin tätig ist. Mascha Hülsewig ist in Dortmund aufgewachsen, hat erst in Hannover Biologie studiert, anschließend ihren Master in Marburg absolviert und sich dann entschlossen, in eine kleinere Stadt zu ziehen. Nordhorn kannte sie nicht, aber die Stelle in der Unteren Naturschutzbehörde überzeugte sie. Zum Abschluss des Abends kündigt Manuela Verwold bereits das nächste Netzwerktreffen an. Es soll noch in diesem Jahr stattfinden. „Alle Interessierten sind herzlich willkommen.“
Wer Interesse an den Netzwerktreffen hat, kann sich bei Manuela Verwold melden:
Fachkraefteservice@Grafschaft.de
Weitere Informationen:
https://zukunft.grafschaft-bentheim.de/de/sprechen-sie-uns-an/ansprechpartner.php
Das nächste Treffen für neuzugezogene oder zurückgekehrte Fachkräfte findet statt am Freitag, 14.11.25 um 19:30 Uhr. Infos und Anmeldung unter diesem Link:
https://www.grafschaft-bentheim.de/grafschaft/veranstaltungen/termine/netzwerktreffen-fachkraefte-november2025.php

Inga Rahmsdorf ist geboren und aufgewachsen in Nordhorn. Sie studierte in Berlin und arbeitete bei der Süddeutschen Zeitung in München, bis sie sich nach 20 Jahren wieder vom Großstadtleben verabschiedete und mit ihrer Familie zurück in die Grafschaft Bentheim zog.