Internationale Azubis lokal integriert
Die Wirtschaftsvereinigung unterstützt Unternehmen bei der Integration von Fachkräften und Auszubildenden in der Grafschaft Bentheim.
Es war keine einfache Entscheidung für Josiane Youbie Malapyie. Als sie nach Deutschland ging, um sich beruflich weiterzuentwickeln, musste sie ihren Sohn und ihre Familie in Kamerun zurücklassen. Seit Herbst 2025 macht Josiane Youbie Malapyie nun eine Ausbildung als Pflegefachkraft beim Evangelischen Krankenhausverein in Emlichheim. Die praxisnahe Ausbildung und enge Zusammenarbeit mit den Menschen gefalle ihr sehr, sagt sie. Josiane Youbie Malapyie ist eine von vielen jungen Menschen, die jedes Jahr aus dem Ausland in die Grafschaft Bentheim kommen, um eine Ausbildung zu absolvieren.
Ob in der Klinik, im Seniorenheim, Restaurant oder in der Bäckerei: überall mangelt es an Fachkräften. Um den Bedarf zu decken, werben Einrichtungen und Unternehmen junge Menschen aus dem Ausland an. Damit die angehenden Fachkräfte gut ankommen, arbeiten Unternehmen, Pflegeeinrichtungen und Schulen in der Region eng zusammen. Unterstützt werden sie dabei von dem Projekt „Perspektive Ems-Vechte“, das die Wirtschaftsvereinigung der Grafschaft Bentheim e. V. 2024 gegründet hat. „Die Integration von Fachkräften ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt Katharina van Münster, die das Projekt leitet. Auch wenn sich die wirtschaftliche Lage seit dem Start des Projektes verändert hat und einige Branchen aktuell zurückhaltender sind, neue Mitarbeitende anzuwerben: „Besonders in der Pflege und Gastronomie bleibt der Bedarf ungebrochen“, sagt van Münster. Regionale Unternehmen können die kostenfreie Beratung im Rahmen des Projekts nutzen, unabhängig davon, ob sie Mitglied der Wirtschaftsvereinigung sind.
Bei dem Projekt geht es nicht nur um die berufliche Integration, sondern auch darum, dass die jungen Menschen sich hier wohlfühlen, einen Sportverein finden, sich ehrenamtlich engagieren, ihre Freizeit gestalten und Leute kennenlernen. „Wenn man sich bei einer Sportveranstaltung begegnet, fällt das Ankommen viel leichter“, sagt van Münster. Dafür arbeitet sie eng mit lokalen Akteuren zusammen, wie etwa dem Kreissportbund oder der Ehrenamtsinitiative. Regelmäßig trifft sich van Münster auch mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Bildung und Verwaltung, um neue Ideen und Projekt zu entwickeln. „Wir haben hier ein starkes Netzwerk, in dem wir voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen.“ So sei auch die Idee für einen Azubi-Welcome-Tag entstanden. Am 2. Oktober sollen bei einer Veranstaltung im Nordhorner Kulturzentrum Alte Weberei alle neuen Auszubildenden der Region begrüßt werden und sich untereinander austauschen können.
Weitere Informationen zu dem Projekt:
www.wirtschaft-grafschaft.de/kompetenzen/bildung-und-fachkraefte/perspektive-ems-vechte/
Weitere Informationen zum Azubi-Welcome Tag am 2. Oktober 2026:
www.grafschaft-bentheim.de/grafschaft/veranstaltungen/termine/AzubiWelcome.php
Das Foto zeigt Katharina van Münster und Josiane Youbie Malapyie.

Inga Rahmsdorf ist geboren und aufgewachsen in Nordhorn. Sie studierte in Berlin und arbeitete bei der Süddeutschen Zeitung in München, bis sie sich nach 20 Jahren wieder vom Großstadtleben verabschiedete und mit ihrer Familie zurück in die Grafschaft Bentheim zog.